Immer mehr Schüler in Deutschland erhalten Nachhilfe. So geht aus einer Bertelsmann-Studie des vergangenen Jahres hervor, dass Eltern mittlerweile bis zu 1,5 Milliarden Euro jährlich für Nachhilfe ausgeben. Was früher noch belächelt und deutlich als Schwäche angesehen wurde, entwickelt sich derzeit zum Trend im deutschen Bildungssystem. Was die Schule versäumt, wird nachgeholt. Doch woran liegt es wirklich, dass Nachhilfe so rege in Anspruch genommen wird und woran lässt sich ein guter Nachhilfelehrer erkennen?

Wettbewerb um gute Noten

Während die Schüler sich eher damit abfinden, im Mittelfeld der Leistungen zu spielen, sind es häufiger die Eltern, die ihren Schützling in der obersten Liga sehen wollen. Schnell ist bei der ersten Vier in Mathe ein Nachhilfelehrer gesucht – oft bereits in der Grundschule. Die Schule am Nachmittag gehört für viele Kinder fest zum Wochenplan und setzt diese zusätzlich unter Druck. Durch den verstärkten Einsatz finanzieller Mittel aufseiten der Eltern in die zusätzliche Bildung ihrer Schulkinder, wird es Kindern aus ärmeren Familien zunehmend erschwert, dem verzerrten Wettbewerb um gute Noten standzuhalten. Die Ungleichheit an Schulen wächst.

Politiker streiten sich derzeit, wie sie das Bildungssystem effizienter gestalten können, und wieder hört und liest man von PISA-Studie und Bildungsreform. Dabei scheint es in anderen Ländern so einfach zu sein. In Dänemark, den Niederlanden oder Finnland beispielsweise wird Nachhilfe eher selten bis fast gar nicht in Anspruch genommen. Das Bildungssystem und die damit verbundene Förderung des Einzelnen Schülers ist hier gut durchdacht.

Der Einsatz von Nachhilfe ist dann sinnvoll, wenn das Kind deutliche Schwächen in einem oder in mehreren Bereichen aufweist. Dies kann ein stetiger Abfall der Noten indizieren oder die zunehmend sinkende Lernmotivation des Schülers. Mitunter kommen Kinder sogar von selbst auf ihre Eltern zu, wenn sie dem Lerntempo ihrer Mitschüler nicht gewachsen sind und sich benachteiligt fühlen. Ein Nachhilfelehrer geht individuell auf seinen Schüler ein und behandelt die Probleme an der Basis. In einem für den Schüler angemessenen Tempo behandelt er den Unterrichtsstoff und sucht mit dem Kind nach verständlichen Lösungswegen oder effizienten Lernmethoden.

Nachhilfelehrer sollten von Eltern sorgfältig ausgewählt werden. Es ist ratsam, Referenzen anderer Eltern oder Schüler einzuholen und einen Nachhilfelehrer auf Empfehlung zu engagieren. Die Kosten bewegen sich – je nach Region – zwischen 10 und 12 Euro pro Stunde. Höhere Kosten sind möglich, besonders, wenn der Lehrer einen weiten Anfahrtsweg hat. Von langfristigen Verträgen sollte abgesehen werden. Schließlich zeigt sich erst nach einigen Probestunden, ob Lehrer und Nachhilfeschüler harmonieren und gut zusammenarbeiten können.

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